Hüttenwanderung im Zillertal

von Emma Ziehr

Pünktlich um 5 Uhr morgens starteten die beiden Vereinsbusse mit 14 bergbegeisterten Männern in Richtung Österreich.
Das diesjährige Ziel war das Friesenberghaus im hinteren Zillertal. Nach einer ausgiebigen Frühstückpause setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten gegen 15:00 Uhr den Stausee Schlegeisspeicher.
IMG 20220720 WA0003 MittelDer zweite Bus kam mit leichter Verspätung an, hatte man doch irrtümlich die falsche Abfahrt genommen und war in Richtung Landshut unterwegs. 

Nach kurzer Stärkung in der Dominikushütte begannen wir mit dem Aufstieg zum Friesenberghaus. Schon jetzt wurde uns klar das diese Tour eine steinige Angelegenheit werden würde. Man musste jeden Schritt bei voller Konzentration setzen.
Nachdem ein paar Kühe einsahen, dass dies der Wanderweg ist und diesen dann freigaben erreichten wir das Friesenberghaus in knapp 2500 m Höhe. Der Hüttenwirt wies uns dann unsere Schlafplätze in Betten und Lagern zu.
Jedes Plätzchen wird in den Hütten genutzt. So kam es, dass zwei Vorstandsmitglieder sich ein Doppelbettchen (160cm breit) teilen mussten.

Zum Abendessen bekamen wir den Großen Riffler Raum zugeteilt. Unsere nette Bedienung hieß Anna, eine waschechte Tirolerin. Wir starteten dann ein Dialekt-Rate- Wettbewerb.
Kein Wormser wusste mit Begriffen wie „Goade-Lade-Laller“ oder „Trischiebl“ was anzufangen. Wir konterten mit Worten wie „Kinnerschees schiewe“ und „Graanewasser“
Sehr lustig.

Zum Abschluss des Abends griff Anna dann noch zur Gitarre und unterhielt uns mit ihrer schönen Stimme. Ihr Repertoire war groß, mit Songs von Journey bis zu dem Fun-Song aus der Serie SpongeBob, welchen nur die jüngeren Wanderer kannten und lauthals mitsangen.

Der Hüttenwirt klärte uns später noch über die Gefahren am Berg und der aktuellen Wetterlage auf.
Der Besteigung des Hohen Riffler am nächsten Tag stand nichts mehr im Wege.

Um 08:00 Uhr starteten wir um die ca. 700 Höhenmeter bis zum Gipfel zu bewältigen. Das Wetter war wie vorausgesagt überwiegend sonnig und stabil.
Der Weg zum Gipfel besteht fast ausschließlich aus großen Steinblöcken. Die Wegfindung anhand der roten Markierungen war nicht immer leicht.

IMG 20220720 WA0002 MittelAls wir schon dachten, man hätte den Gipfel jetzt gleich erreicht, baute sich eine weitere Steilstufe vor uns auf.
Die Stöcke waren jetzt am Rucksack angebracht, da man im oberen Teil Hände und Füße zum Weiterkommen brauchte.
Nach einem schmalen Felsgrat, welcher nochmals die vollste Konzentration abverlangte, erreichte wir den Gipfel des Hohen Rifflers (3231m). Von dort hatte man einen herrlichen Ausblick auf den Alpenhauptkamm sowie auf das Skigebiet am Hintertuxer Gletscher.


Der Abstieg war nicht weniger anstrengend wie der Aufstieg zuvor. Alle waren geschafft als wir die Hütte erreichten. Markus und Philipp ließen es sich nicht nehmen ein kurzes Bad im
eiskalten See (Wassertemparatur 4 Grad) vor der Hütte zu nehmen. Ein Handy durfte mit zum Schwimmen.

Der letzte Abend wurde wieder sehr lustig. Am Sonntag stiegen wir dann ab und traten bei herrlichem Wetter die Heimreise an.
Anzumerken wäre noch, dass während der 3 Tage nicht einmal Knödel gab. Also Gerhard, du hast nichts verpasst.

Schön war es. Wie immer eine tolle Truppe.
Ich freue mich schon auf die nächste Tour.

Euer Wanderwart
Hans-Walter

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